Buchbesprechungen
Mein Leben ohne tägliche Lektüre? Ohne gebrauchte oder neue, geschenkte oder geliehene Bücher? Unvorstellbar!
Daher möchte ich auf dieser Seite meine Leseeindrücke teilen und Interessierten ganz unterschiedliche Texte vorstellen. Ich blicke auf aktuelle Neuerscheinungen, Backlist-Titel oder Klassiker, präsentiere thematische Bücherstapel und verschiedene Genres.
Als @textwerkbremen poste ich seit 2021 auch Buchbesprechungen auf Instagram. Dort gibt es täglich Content rund um meinen Alltag mit Literatur. Ich freue mich über Besuche und digitalen Austausch auf meinem Account.
Schlagwörter
Christine Wunnicke – Wachs
„Frauen, vermute ich, werden deshalb in allem so gut, weil man es ihnen so schwer macht“ (100)
Jazmina Barrera – Leuchttürme
„Man kann den Leuchtturm nicht ohne das Meer denken. Denn beide sind eins und zugleich gegensätzlich.“ (27)
Adrian Asllani und Larissa Schneider (Hrsg.) – Nordsee
„Auf einer Nordseeinsel, irgendwo in Jütland, Friesland oder Zeeland, gibt es eine Frau, die einen Mann von einem Hafen abholt..“ (Auszug aus „Knochenzäune “ von Dörte Hansen)
Sirka Elspaß – hungern beten heulen schwimmen
dem hunger kann ich abgewinnen /
dass er nicht geht dem beten /
dass mich jemand sieht dem schwimmen /
ein ziel (9)
Jaqueline Scheiber – Schwimmen Schweben
„Da bin nur ich und ich bin eine von euch. Eine Schwimmerin“ (15)
Julia Wolf – Du, hier
„dieses Ich, das bin ich gar nicht. Und das ist verwirrend, eine Art doppelte Verwechslung.“ (225)
Son Lewandowski – Die Routinen
„Ich weiß nicht mehr, wann sich das Handwerk in meine Bewegungen geschlichen hat, wann sich die Wiederholungen so präzise erinnerten, dass sie klüger wurden als ich“ (25)
Han Kang – Die Vegetarierin
„Vielleicht gingen in ihr aber auch Dinge vor, die sich kein anderer vorstellen konnte.“ (90)
Liv Thastum – åben die erda
„vind, vand, / vögel, menschen haben den kalkfels bebaut. Im fundament spuren, spyllern sich / “ (16)
Meral Kureyshi – Im Meer waren wir nie
„Im Meer waren wir nie, sagt Lili, als sie im Bett liegt. Winter liebte das Meer. Die Weite, den großen Himmel. Wir waren schon am Meer, doch es war zu kalt, um ins Wasser zu gehen. Er schenkte mir das Meer zu meinem Geburtstag.“ (116)
Siri Ranva Hjelm Jacobsen – Meeresbriefe
„bald werden wieder große Wälder in uns wachsen, üppig und schwarz von Nährstoffen“ (58).
Mara Floren – Palastplatte
„dieser kleine Punkt, dort wo meine Nasenspitze Mos Ohr berührte, war die glücklichste Stelle meines ganzen Körpers. Ein ganzen Sternenbild passte dort zwischen uns.“ (109)
Siehst du es? – Grafische Erzählungen über den Schriftsteller Siegfried Lenz.
„Ich vermute: ohne Literatur hätten auch wir eine andere Vergangenheit und damit, was unsere Gegenwart angeht, ein anderes Zeitgefühl.“ (S. 239)
Ånsken Eckert und Lucia Jay von Seldeneck – Weit Rausschwimmen
„Ahoi ist gut. Ahoi kann beides sein, Abschied und Willkommensgruß, auf jeden Fall aber heißt es, dass etwas in Fahrt ist, etwas ist in Bewegung gesetzt worden. Wir haben die Fäden in der Hand.“ (aus: Weit Rausschwimmen)
Judith Hermann – Ich möchte zurückgehen in der Zeit
„Mein Großvater ist keine literarische Figur. Er ist Leerstelle, zugleich ist er das Gegenteil, er ist ein schrecklich blinder Fleck, es will mir nicht gelingen, ihn zu stellen. Er hat keine Geschichte, also kann ich keine aus ihm machen.“ (15)
Oliwia Hälterlein – Wir Töchter
„Sie sagt mit warmer Stimme, ich hätte viel geerbt von ihnen, aber nicht alles. Ich dürfe nicht vergessen, dass ich ein eigener Mensch sei, mit einem eigenen Körper, einer eigenen Geschichte.“ (330)
Pierre Jarawan – Die Frau im Mond
„Darum heben wir Familienerbstücke auf, oder nicht? Weil wir hoffen, die Verlorenen in ihnen bewahren zu können.“ (304)
Kaleb Erdmann – Die Ausweichschule
„Der Begriff Ausweichschule hinterlässt bei mir heute einen Nachgeschmack […] Wenn man sich aber fragt, wem oder was da eigentlich ausgewichen werden sollte, dann macht sich ein merkwürdiger Assoziations-raum auf.“ (148)
Miku Sophie Kühmel – Hannah
„Sie gehen gemeinsam. Seiten, Schritte, Atmer, nichts synchron und alles zur gleichen Zeit. Und im schmalen Raum zwischen ihren auf und ab wippenden Körpern expandiert das Universum, geräuschlos.“ (122)
Katerina Poladjan – Goldstrand
„ich sah alles gleichzeitig und konnte nichts mehr auseinanderhalten. Ich wollte alles auf einmal sagen, blieb aber stumm, denn meine Gedanken überlagerten sich wie ein Film, dessen Einzelbilder alle gleichzeitig auf die Leinwand projiziert werden.“ (126)
Annett Gröschner – Schwebende Lasten
„Manchmal hatte Hanna das Gefühl, dass Blumen ihre eigentlichen Kinder waren, selbst als Schnittblumen waren sie noch empfindliche Wesen. Und sie taten ihr nicht weh.“ (33)
Ottessa Moshfegh – Mein Jahr der Ruhe und Entspannung
„Ich würde Halt finden. Wenn ich aus der Höhle heraustrat, zurück ans Licht, wenn ich endlich aufwachen würde, wäre alles neu – die ganze Welt.“ (285)
Melanin Garanin – Mein Freund Rilke
Das ist mein Fenster. Eben
bin ich so sanft erwacht.
Ich dachte, ich würde schweben.
Bis wohin reicht mein Leben,
und wo beginnt die Nacht?“
(Aus Rainer Maria Rilke Die Liebende, zitiert nach „Mein Freund Rilke“)
Nelio Biedermann – Lázár
„das Glück aber meidet die Sprache, entzieht sich den Wörtern, versteckt sich in der Vergänglichkeit und zerfällt, wenn man es zu erklären versucht.“ (108)
Dorothee Elmiger – Die Holländerinnen
„In der Nacht habe sie sich dem Urwald gänzlich ausgeliefert gefunden. Er sei von einem ungeheuren, ja höllischen Lärm erfüllt gewesen, der aus allen Richtungen auf sie eingedrungen sei, dem Lärm des brodelnden Waldes, in dem alles lebe und schreie und sterbe“ (41)
Antje Rávik Strubel – Der Einfluss der Fasane
„Früher oder später erkennen sie dich und wenden sich ab, hatte ihre Mutter einmal gesagt. Einer der wenigen Sätze, der ihr je gelungen war.“ (183)
Paola Lopez – Die Summe unserer Teile
„Ihre Mutter war nie nur eine Person, sie war schon immer mehrere gewesen. Sie selbst sagte häufig: „Wir sind die Summe unserer Teile“ (51)
Ursel Bäumer – Louise
„Ich bin auf der Suche nach etwas, von dem ich glaube, dass ich es in der Kunst finden werde, ohne dass ich weiß, was es ist.“ (134)
Thea Mengeler – Connect
„Das Draußen ist es, was sie erstickt. Draußen könnte sie nicht überleben. Nicht mehr.“ (262)
Brigitte Reimann – Katja
„vielleicht wäre sie umgekehrt, vielleicht hätte sie jenes Wort gefunden, das Brücke werden konnte zwischen ihnen.
Aber es blieb steinstill am Ufer.“ (97)
