Sirka Elspaß – hungern beten heulen schwimmen
dem hunger kann ich abgewinnen /
dass er nicht geht dem beten /
dass mich jemand sieht dem schwimmen /
ein ziel (9)
Jaqueline Scheiber – Schwimmen Schweben
„Da bin nur ich und ich bin eine von euch. Eine Schwimmerin“ (15)
Julia Wolf – Du, hier
„dieses Ich, das bin ich gar nicht. Und das ist verwirrend, eine Art doppelte Verwechslung.“ (225)
Son Lewandowski – Die Routinen
„Ich weiß nicht mehr, wann sich das Handwerk in meine Bewegungen geschlichen hat, wann sich die Wiederholungen so präzise erinnerten, dass sie klüger wurden als ich“ (25)
Han Kang – Die Vegetarierin
„Vielleicht gingen in ihr aber auch Dinge vor, die sich kein anderer vorstellen konnte.“ (90)
Liv Thastum – åben die erda
„vind, vand, / vögel, menschen haben den kalkfels bebaut. Im fundament spuren, spyllern sich / “ (16)
Meral Kureyshi – Im Meer waren wir nie
„Im Meer waren wir nie, sagt Lili, als sie im Bett liegt. Winter liebte das Meer. Die Weite, den großen Himmel. Wir waren schon am Meer, doch es war zu kalt, um ins Wasser zu gehen. Er schenkte mir das Meer zu meinem Geburtstag.“ (116)
Siri Ranva Hjelm Jacobsen – Meeresbriefe
„bald werden wieder große Wälder in uns wachsen, üppig und schwarz von Nährstoffen“ (58).
Mara Floren – Palastplatte
„dieser kleine Punkt, dort wo meine Nasenspitze Mos Ohr berührte, war die glücklichste Stelle meines ganzen Körpers. Ein ganzen Sternenbild passte dort zwischen uns.“ (109)
Siehst du es? – Grafische Erzählungen über den Schriftsteller Siegfried Lenz.
„Ich vermute: ohne Literatur hätten auch wir eine andere Vergangenheit und damit, was unsere Gegenwart angeht, ein anderes Zeitgefühl.“ (S. 239)
