Dana Vowinckel – Gewässer im Ziplock

„Wusste Margarita mehr als das? Was wusste sie eigentlich über ihren Vater? Über ihre Mutter? Die Vergangenheit ihrer Eltern, ihrer Großeltern kam ihr vor wie ein Dickicht, undurchdringlich und düster“ (343)

Dilek Güngör – A wie Ada

„Manche Sätze liegen Ada schwer im Magen, sie quellen auf und werden zu groß für ihren Leib. Es braucht Tage, bis sie in einzelne Worte zerfallen.“ (40)

Lutz Seiler – Die Zeitwaage

Buchcover Lutz Seiler – Die Zeitwaage

„Auf meinem Weg von der Garage nach Hause entfernte ich mich auf unumkehrbare Weise von dem, was mein bisheriges Leben ausgemacht hatte. Ich betrat einen leeren, erinnerungslosen Raum und kam gut darin voran, Schritt für Schritt und, gewissermaßen, Zug um Zug.“ (144)

Deniz Utlu – Vaters Meer

„Wie verhalten sich der Vater, an den ich mich erinnern wollte, und jener, den ich erschuf, zueinander?“ (318)

Katharina Mevissen – Mutters Stimmbruch

„Sie mustert ihr Gesicht, die Nase, die Falten, die Augen. Sie halten ihrem Blick stand, unbeeindruckt und blau. Es ist unzuverlässiges Blau. Manchmal zieht es sich zurück und wechselt ins Graue. Heute aber leuchtet es kräftiger, als Mutter zumute ist.“ (43)

Iris Wolff – Lichtungen

„In allem gab es diese Dunkelstellen, wo die Erfahrung aufhörte und die Erinnerung anfing. Etwas blieb, und etwas ging verloren, manches schon im Augenblick des Geschehens, und wie sehr man sich auch bemühte, es tauchte nie wieder auf. Erinnerungen waren über die Zeit verstreut wie Lichtungen.“ (76)

Jane Campbell – Kleine Kratzer

„Pamela lag auf der Terrasse im Liegestuhl und reckte den Hals zur Sonne. (…) So hier zu liegen war natürlich schlecht für sie, schlecht für ihre alte, verwüstete Haut, aber es scherte sie nicht“ (139)