Siri Ranva Hjelm Jacobsen – Meeresbriefe
„bald werden wieder große Wälder in uns wachsen, üppig und schwarz von Nährstoffen“ (58).
Mara Floren – Palastplatte
„dieser kleine Punkt, dort wo meine Nasenspitze Mos Ohr berührte, war die glücklichste Stelle meines ganzen Körpers. Ein ganzen Sternenbild passte dort zwischen uns.“ (109)
Siehst du es? – Grafische Erzählungen über den Schriftsteller Siegfried Lenz.
„Ich vermute: ohne Literatur hätten auch wir eine andere Vergangenheit und damit, was unsere Gegenwart angeht, ein anderes Zeitgefühl.“ (S. 239)
Ånsken Eckert und Lucia Jay von Seldeneck – Weit Rausschwimmen
„Ahoi ist gut. Ahoi kann beides sein, Abschied und Willkommensgruß, auf jeden Fall aber heißt es, dass etwas in Fahrt ist, etwas ist in Bewegung gesetzt worden. Wir haben die Fäden in der Hand.“ (aus: Weit Rausschwimmen)
Judith Hermann – Ich möchte zurückgehen in der Zeit
„Mein Großvater ist keine literarische Figur. Er ist Leerstelle, zugleich ist er das Gegenteil, er ist ein schrecklich blinder Fleck, es will mir nicht gelingen, ihn zu stellen. Er hat keine Geschichte, also kann ich keine aus ihm machen.“ (15)
Oliwia Hälterlein – Wir Töchter
„Sie sagt mit warmer Stimme, ich hätte viel geerbt von ihnen, aber nicht alles. Ich dürfe nicht vergessen, dass ich ein eigener Mensch sei, mit einem eigenen Körper, einer eigenen Geschichte.“ (330)
Pierre Jarawan – Die Frau im Mond
„Darum heben wir Familienerbstücke auf, oder nicht? Weil wir hoffen, die Verlorenen in ihnen bewahren zu können.“ (304)
Kaleb Erdmann – Die Ausweichschule
„Der Begriff Ausweichschule hinterlässt bei mir heute einen Nachgeschmack […] Wenn man sich aber fragt, wem oder was da eigentlich ausgewichen werden sollte, dann macht sich ein merkwürdiger Assoziations-raum auf.“ (148)
Miku Sophie Kühmel – Hannah
„Sie gehen gemeinsam. Seiten, Schritte, Atmer, nichts synchron und alles zur gleichen Zeit. Und im schmalen Raum zwischen ihren auf und ab wippenden Körpern expandiert das Universum, geräuschlos.“ (122)
Katerina Poladjan – Goldstrand
„ich sah alles gleichzeitig und konnte nichts mehr auseinanderhalten. Ich wollte alles auf einmal sagen, blieb aber stumm, denn meine Gedanken überlagerten sich wie ein Film, dessen Einzelbilder alle gleichzeitig auf die Leinwand projiziert werden.“ (126)
