Arno Frank – Seemann vom Siebener

„jetzt sind wir tatsächlich wieder im Freibad, als hätte es die ganze Zeit auf uns gewartet mit seinem Geplätscher und dem Wispern des Windes in den Wipfeln“ (66)

Verena Boos – Die Taucherin

„Wen wählen wir, die wir weder Ehepartner noch Kinder haben, zur Wahlfamilie. Welche Netze knüpfen wir uns, jenseits von Herkunft und Hochzeit. Welche Beziehungen erweisen sich als tragend, ein Leben lang.“ (90)

Dacia Maraini – Tage im August

„Beim Rauchen stellte ich mit Erstaunen fest, dass ich den Eindruck hatte, als sei es gar nicht ich, die dieses zusammengeklebte Papier zwischen die Lippen steckte, sondern jemand anderes und ich würde nur zusehen. Ich war erstaunt, das ich erstaunt war. Mein anderes Ich verschwand wieder. War das wirklich ich gewesen?“ (194)

Irmgard Keun – Nach Mitternacht

„In Frankfurt beim Algin und der Liska fing ein ganz neues Leben für mich an, wie ich es noch gar nicht gekannt hatte. Leider war auch hier immer was mit der Politik los.“ (99)

An Land gegangen? Wasserfrauen in der Literatur

Auf Spurensuche literarischer Wasserfrauen Warum verlässt die Meerfrau im Märchen das Wasser? Was kann uns ein Nixengedicht über Freiheit erzählen? Wann spiegeln Geschichten über Wasserwesen geschlechtsspezifische Diskurse? Sirene, Nymphe, Undine oder Meerjungfrau… unzählige Wasserfrauen begegnen uns seit Jahrhunderten in der Literatur (ebenso wie in der bildenden Kunst und Musik). Sie bündeln die jeweiligen gesellschaftlichen Sehnsüchte, […]

Annie Ernaux – Die Jahre

„Man trug ein großes, vages Gedächtnis der Welt in sich. Von fast allen Ereignissen blieb einem nur ein Wort, ein Detail, ein Name in Erinnerung“ (236f.)

Das Erzählen von Judith Hermann

… zwischen Sehnsucht und Vergeblichkeit Rastlose Figuren, schwebende Stimmungen, lakonisch-reduzierte Sprache – seit ihrem Debüt „Sommerhaus, später“ (1998) gilt Judith Hermann mit ihrem besonderen Erzählstil als eine der wichtigsten Stimmen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Im Roman „Daheim“ (2021) ist es ein entlegener Küstenort Frieslands, an dem die Autorin ihre Figuren nach Zugehörigkeit und Nähe und einer […]

Martin Rasper – An der Quelle

„Quellen sind einzigartige Elemente der Landschaft. Sie tragen den Zauber des Anfangs in sich. Sie halten den Kreislauf des Wassers in Gang, sie weben ein Netz des Lebendigen. Quellen sind Synapsen im Gedächtnis der Landschaft.“ (129)