Oliwia Hälterlein – Wir Töchter
„Sie sagt mit warmer Stimme, ich hätte viel geerbt von ihnen, aber nicht alles. Ich dürfe nicht vergessen, dass ich ein eigener Mensch sei, mit einem eigenen Körper, einer eigenen Geschichte.“ (330)
Pierre Jarawan – Die Frau im Mond
„Darum heben wir Familienerbstücke auf, oder nicht? Weil wir hoffen, die Verlorenen in ihnen bewahren zu können.“ (304)
Kaleb Erdmann – Die Ausweichschule
„Der Begriff Ausweichschule hinterlässt bei mir heute einen Nachgeschmack […] Wenn man sich aber fragt, wem oder was da eigentlich ausgewichen werden sollte, dann macht sich ein merkwürdiger Assoziations-raum auf.“ (148)
Miku Sophie Kühmel – Hannah
„Sie gehen gemeinsam. Seiten, Schritte, Atmer, nichts synchron und alles zur gleichen Zeit. Und im schmalen Raum zwischen ihren auf und ab wippenden Körpern expandiert das Universum, geräuschlos.“ (122)
Katerina Poladjan – Goldstrand
„ich sah alles gleichzeitig und konnte nichts mehr auseinanderhalten. Ich wollte alles auf einmal sagen, blieb aber stumm, denn meine Gedanken überlagerten sich wie ein Film, dessen Einzelbilder alle gleichzeitig auf die Leinwand projiziert werden.“ (126)
Annett Gröschner – Schwebende Lasten
„Manchmal hatte Hanna das Gefühl, dass Blumen ihre eigentlichen Kinder waren, selbst als Schnittblumen waren sie noch empfindliche Wesen. Und sie taten ihr nicht weh.“ (33)
Ottessa Moshfegh – Mein Jahr der Ruhe und Entspannung
„Ich würde Halt finden. Wenn ich aus der Höhle heraustrat, zurück ans Licht, wenn ich endlich aufwachen würde, wäre alles neu – die ganze Welt.“ (285)
Melanin Garanin – Mein Freund Rilke
Das ist mein Fenster. Eben
bin ich so sanft erwacht.
Ich dachte, ich würde schweben.
Bis wohin reicht mein Leben,
und wo beginnt die Nacht?“
(Aus Rainer Maria Rilke Die Liebende, zitiert nach „Mein Freund Rilke“)
Nelio Biedermann – Lázár
„das Glück aber meidet die Sprache, entzieht sich den Wörtern, versteckt sich in der Vergänglichkeit und zerfällt, wenn man es zu erklären versucht.“ (108)
Dorothee Elmiger – Die Holländerinnen
„In der Nacht habe sie sich dem Urwald gänzlich ausgeliefert gefunden. Er sei von einem ungeheuren, ja höllischen Lärm erfüllt gewesen, der aus allen Richtungen auf sie eingedrungen sei, dem Lärm des brodelnden Waldes, in dem alles lebe und schreie und sterbe“ (41)
